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Alecs Vater, Alexander Rae Baldwin jr., war Lehrer von Beruf, sozial und politisch sehr engagiert und ein Mann, der neben intellektueller Aufrichtigkeit den größten Wert auf Sport und körperliche Abhärtung legte. Seine Mutter Carol war mit der Erziehung der sechs Kinder völlig überfordert - und laut Baldwin "psychisch total fertig". Das Motto im Hause Baldwin lautete: Nimm, was du kriegen kannst, solange noch was da ist. "Wir aßen wie verrückt, rannten aus der Tür und spielten Football", erinnert sich Baldwin an seine Kindertage, "dann kamen wir wieder reingerannt, schaufelten wieder ein bißchen Essen und rannten erneut auf die Straße. Bei uns war Sport, Sport, Sport - 24 Stunden am Tag - angesagt." Bereits mit sieben Jahren entdeckte Alec seine Leidenschaft für den Film: Er spielte die Hauptrolle in seiner eigenen 8-mm-Version des "Frankenstein", war mit 12 ein fanatischer Kinogänger, und sein High-School-Lehrer schrieb ihm ins Zeugnis: "Entweder er wird nur berühmt oder gleich Präsident der Vereinigten Staaten." Alec fühlte sich geehrt und schrieb sich ander George Washington Universität als Student der politischen Wissenschaften ein, mit der Absicht, später auf Jura umzusatteln.
Desillusioniert von der Politik im allgemeinen und seiner politischen Karriere im besonderen, zog Alec Baldwin nach New York und wechselte ins Schauspiel-Fach. Er studierte unter dem legendären Lee Strasberg und nahm Unterricht bei Mira Rostova vom Moskauer Kunst-Theater. Wie hart das Leben eines unbekannten Schauspielers sein kann, hat er am eigenen Leib erlebt. Er wohnte in einer 150-Dollar-Bruchbude und nahm, um nicht zu verhungern, Rollen in drittklassigen TV-Serien an, für die er sich in Grund und Boden schämte. Nebenbei jobbte er im "Studio 54", New Yorks berühmtester Diskothek, als Kellner und wurde von schwulen Liebespärchen zum Zigarettenholen geschickt: "Ich war einer der beliebtesten Zigarettenholer", sagt er und lächelt. "Nein, ernsthaftich war bereit, Dinge zu tun, die andere nie tun würden."
Alec Baldwin hat nicht nur ein hübsches Köpfchen - es steckt auch eine Menge drin: Seinen Aufstieg zum Hollywood-Star scheint er ganz genau geplant zu haben. Mit kleinen, aber feinen Nebenrollen machte er als Schauspieler auf sich aufmerksam, die heiße Love-Story mit Kim Basinger brachte ihn in die Schlagzeilen und "The Marrying Man"-Regisseur Jerry Rees ins Krankenhaus. Während der Dreharbeiten soll es das Pärchen Basinger/Baldwin bis zur Spitze getrieben haben. Studio-Mitarbeiter berichteten von heißem Geturtel, obszönem Getu-schel und eindeutigen Gesten - vor und hinter der Kamera. Dazu kamen Zicken von ihr (ihr Haar darf nur mit "Evian"-Wasser gewaschen werden, ein Laufbursche mußte ihr ständig einen Sonnenschirm hinterher tragen) und Eifersuchts-Anfälle von ihm (er schmiß mit Aschenbechern, brüllte vor Wut, wenn sie nicht in der Nähe war). Regisseur Rees war das alles zuviel, er erlitt einen Nervenzusammenbruch. Bei "Carmine's", einem In-Restaurant von Los Angeles, feierten Alec und Kim anschließend Versöhnung und wurden dabei beobachtet, wie sie zum Dinner drei Flaschen Wein leerten und zum Dessert so heftig knutschten, daß die Gläser beschlugen. Baldwin gibt dazu keinen Kommentar ab, spricht lieber über seinen hart erarbeiteten Erfolg: "Ich habe Titelrollen in schwächeren Filmen immer abgelehnt und lieber kleinere Rollen in guten Filmen gespielt." Für Regisseur Jonathan Demme ("Das Schweigen der Lämmer") ließ er sich in "Die Mafiosi-Braut" in der Badewanne erschießen. Für Mike Nichols spielte er den schmierigen Freund von Melanie Griffith in "Die Waffen der Frauen". Bei Oliver Stone trat er als harter Rundfunkboß in "Talk Radio" auf, und für Jim McBrides "Great Balls of Fire" mimte er den bigotten Prediger Jimmy Swaggart. 1990 feierte er mit "Jagd auf Roter Oktober" den Durchbruch.
Kino: "Die Bombe tickt" (1984); "Für immer: Lulu" (1986); "She's having a Baby", "PanicCity" (1987); "Beetiejuice", "Die Mafiosi-Braut", "Die Waffen der Frauen" (1988); "Great Ball of Fire", "Miami Blues", "Talk Radio" (1989); "Jagd auf Roter Oktober"; "Alice" (1990);"Die blonde Versuchung" (1991); "Prelude to a Kiss" (1992); "Glengarry Glen Ross", "The Getaway" (1993). TV-Serien: "Die Texas-Klinik" (1980-83); "Unter der Sonne Kaliforniens" (1985-86).
Alec Baldwin erregt Aufsehen: schwarzes Haar, karibikblaue Augen, breite Schultern und in den Mundwinkeln diese leichte Ironie, die Arroganz versprüht und Distanz schafft. Damit paßt "Bally Baldwin" perfekt ins Bild der neuen Hollywood-Männer: Die sexy Männer von heute sind gepflegt, gestylt, topfit und großzügig. Sensibilität, Romantik und phantasievoller Sex sind ihre Spezialität. Ehefrau Kim findet's herrlich: "Alec hat mich aus dem Tiefschlaf geweckt, er gibt mir das Gefühl von fünf Männern gleichzeitig " Doch wie alle Hollywood-Newcomer hat auch Baldwin mit hochkarätigen Vergleichen zu kämpfen. Regisseur Oliver Stone sieht in Baldwin einen "Gary Grant für Arbeiter", Paramount-Chef Gary Lucchesi nennt ihn wegen seines Charismas einen "jungen Burt Lancaster", und "Roter Oktober-Produzent Mace Neufeld vergleicht ihn mit Kevin Costner. Baldwin selbst bleibt auf dem Boden: "Ich soll großartig sein? Was sind dann Albert Finney oder AI Pacino? Wenn alles etwas besonderes ist, ist nichts mehr besonders."
Die vier Baldwin-Brothers sehen sich nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sie haben auch alle den gleichen Beruf. Mit einem Unterschied: Während Alec, der Älteste, Millionen-Gagen verdient, krebsen Daniel, 33, William, 30, und Stephen, 27, noch ganz unten im Filmgeschäft herum. Immerhin spielte David neben Mickey Rourke in "Harley Davidson & The Marlboro Man", William in "Backdraft", und Stephen war im Kultfilm "Last Exit Brooklyn" zu sehen. Gibt Baldwin seinen Brüdern Schützenhilfe? "Bevor sie jemanden um Hilfe bitten, stürzen sie sich lieber die Klippen runter. Wir alle sind extrem dickköpfig" Ein harter Konkurrenzkampf? "Als wir aufwuchsen, gab's daheim viele kaputte Fensterscheiben, Löcher in den Wänden und eine Menge Faustkämpfe."
Im August letzten Jahres schworen sich Alec Baldwin, 36, und Kim Basinger, 40, auf Long Island ewige Treue. Das neue Traum-Paar der Filmbranche setzte auf Romantik pur: Die Zeremonie fand bei Sonnenuntergang an einem Strand statt, die Braut kam barfuß und trug ein langes, weißes Kleid. Eine Liebe auf den ersten Blick? "Oh nein", sagt Kim Basinger, "ich habe Alec bei unserer ersten Begegnung ganz schön fertiggemacht." "Es war bei unserem ersten gemeinsamen Film "Die blonde Versuchung'", erzählt Alec Baldwin, "wir trafen uns zur Vorbesprechung in einem Restaurant, und sie fragte mich schlecht gelaunt: "Sind Sie überhaupt ein richtiger Schauspieler, welche Erfolge haben Sie denn vorzuweisen?" Ich fand sie hinreißend." Hinreißend fand er auch die Tatsache, daß sie vier Jahre älter ist als er: "Ich dachte, sie wäre gerade 27 geworden."
Im Remake des 70er-Jahre-Kult-Thrillers "Getaway" (deutsch: "Entkommen") spielen die beiden ein gejagtes Gangsterpaar und übernahmen die Rollen von Steve McQueen und Ali MacGraw, die damals auch ein Liebespaar waren. In den Augen Alec Baldwins keine zufällige Parallele: "Dieser Film handelt von einer Liebe auf Gedeih und Verderb. Dabei geht es um feinste emotionale Nuancen. Eine solche seelische Präzisionsarbeit kriegt nur ein Paar hin, das auch im wirklichen Leben gut aufeinander eingespielt ist." Und Kim Basinger sagt: "Ich hatte eine höllische Angst vor dem Film. Er ist voller Gewalt und wahnsinnig erotisch. Ich wußte: Wenn Alec und ich "Getaway" gemeinsam überstehen, dann kann uns in diesem Leben nichts mehr trennen." Alec Baldwini und Kim Basinger haben "Getaway" überstanden und konsequent gleich geheiratet. Wie liebt sich denn nun ein richtiges Paar im Film? "Also", sagt Kam, "ich beuge mich über Alec, meine Haare fallen mir ins Gesicht, und während wir uns leidenschaftlich umarmen, geht der Dialog etwa so: "Mit der Hand höher rauf! Nein, nicht so! Mehr nach links, das sieht besser aus." Klingt das etwa romantisch oder leidenschaftlich?" Viel romantischer sei es, so Alec Baldwin, morgens oder nachts nebeneinander im Bett zu liegen und sich zu überlegen, welchen Namen die Buchhandlung mit Cafö haben soll, die sie irgendwann mal eröffnen wollen. Kim tätschelt sein Knie und haucht: "I love you, darling."
Alec Baldwin schenkte seiner Frau Kim 3 Millionen Dollar. Grund: Nach einem verlorenen Prozeß war Kim völlig pleite. Weil sie sich weigerte, die Hauptrolle in "Boxing HeFena" zu übernehmen, verklagte die Regisseurin sie zu 8 Millionen Dollar Schadenersatz. Thema des Streifens: Ein Mann schneidet seiner Geliebten Arme und Beine ab, damit sie ihm nicht entfliehen kann. Baldwins Kommentar: "Dieser Prozeß war das Schlimmste, was einem Mann wie mir passieren konnte. Da wird der Frau, die ich liebe, etwas Böses angetan, und ich kann nichts, absolut nichts verhindern."
Das Paar Baldwin/Basinger pendelt zwischen New York und Los Angeles. In Manhattan bewohnt es ein Zwölf-Zimmer-Appartement mit Blick auf den Central Park, in der Film-Metropole eine Villa mit Garten, Pool und zwölf Hunden. Entgegen dem Image als Sexsymbole seien sie, so Baldwin, sehr häuslich und Jacken am liebsten alte Filme im ernsehen. Zum Thema Sex äußerte er sich süffisant: "Schauen Sie Kim an, schauen Sie mich an. Wir sind beide gesund - was glauben Sie, was wir zu Hause machen?"
Alec Baldwin war süchtig, betäubte seine Ängste mit Alkohol und Drogen. Schuld war sein plötzlicher Erfolg: "Nach Jagd auf Roter Oktober" war ich ein Star, verdiente Millionen. Anstatt glücklich zu sein, bin ich verrückt geworden, habe schon mittags getrunken und Kokain genommen." Kim habe ihm durch ihre Liebe die Kraft gegeben, clean zu werden. Kurze Zeit später berichtete die US-Presse von einer neuen Sucht: "Alec ist besessen von Kim", lauteten die Schlagzeilen. Trotz aller Gerüchte scheint Alec Baldwin seinen Humor nicht verloren zu haben: "Wenn sich ein Mann nach Kim umdreht, muß ich sofort zum Psychiater", sagte er jüngst. "Ich komme von der Couch gar nicht mehr runter."
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